Kinder am Stadtrand von Gyumri, früher Leninakan, mit den Künstlern Mamuka Tsetskhladze (l.) aus Georgien und Vazgen Pahlavuni-Tadevossian vor den Resten der Trümmer des verheerenden Erdbebens.
 

Armenienprojekt

Armenien nimmt bei allen meinen Projekten eine Sonderrolle ein. Seit 10 Jahren beschäftigt mich die südliche Kaukasusrepublik. Im Mittelpunkt: die Begegnungen mit wunderbaren Menschen, die Entdeckung ihrer Kunst und Kultur, die Besonderheit ihrer Geschichte. In Deutschland leben etwa 40.000 Armenier, eine stille Größe. Von 2005 bis 2007 war ich Vorsitzende der Deutsch-Armenischen Gesellschaft (DAG) und habe auf diesem Wege versucht, meinen Beitrag zur Annäherung der beiden Kulturen zu leisten.

Vom 7.-20. September 2008 fand die 6. Biennale mit zeitgenössischer Kunst in Gyumri statt. Dort, im früheren Leninakan, das 1988 schwer von einem Erdbeben erschüttert wurde. 1991 erklärte Armenien seine Unabhängigkeit. Die Umwälzungen in der Gesellschaft vollzogen sich seither rasant. Die diesjährige Biennale hat dies formuliert: "Transformations of History or Parallel Histories". Mehr als 80 Künstler haben sich mit ihren Arbeiten: Videos, Fotos, Installationen, Bildern, Skulpturen, Wandmalereien, Performances, dem Thema gestellt.

Mein Beitrag, die Installation "Gyumri-Kars-Peacekeeping Meditation" beschäftigte sich mit den beiden sich gegenüberliegenden Städten Gyumri und Kars, eine in Armenien, die andere in der Türkei, nur etwa 90 km voneinander getrennt, durch eine Grenze, die unüberwindbar zu sein scheint.